Saharastaub heute in Deutschland
Live-Karte, PM10-Vorhersage und Ratgeber
Saharastaub – auch als Sahara-Staub geschrieben – ist feiner Wüstenstaub aus der Sahara, der mit südlichen Höhenströmungen mehrere tausend Kilometer weit nach Mitteleuropa getragen wird, häufig auf der Vorderseite eines Tiefs über Spanien oder dem Ostatlantik. In Deutschland tritt das Phänomen vor allem im Frühjahr und Sommer auf: Der mineralische Staub erhöht die Feinstaub-Belastung (PM10), färbt den Himmel milchig-gelb, sorgt für intensive Sonnenuntergänge und kann als sogenannter Blutregen niedergehen.
Auf saharastaub.de finden Sie aktuelle Live-Daten zur Saharastaub-Belastung in Deutschland, eine interaktive Karte, eine 3-Tage-Vorhersage sowie konkrete Empfehlungen für Allergiker, Autobesitzer und Photovoltaik-Betreiber. Staub- und Feinstaubwerte sind Modellwerte des Copernicus-Dienstes CAMS, die wir alle 30 Minuten über Open-Meteo abrufen; Pollendaten kommen täglich vom DWD. Wie wir die Werte einordnen, steht unter So rechnen wir.
Sonnenuntergang
Saharastaub erzeugt intensive Rot- und Orangetöne am Abendhimmel.
Solaranlagen-Impact
Grobe Schätzung des Verlusts durch Saharastaub, ohne Bewölkung. So rechnen wir
Mehr zum PV-ImpactAktuelle Belastung in Deutschland
Die Farbe der Markierungen zeigt den Saharastaub-Status (nicht die allgemeine Feinstaubbelastung) — PM10, PM2.5 und die Feinstaub-Einordnung stehen zusätzlich im Klick-Popup jeder Stadt.
Daten: CAMS-Modellwerte über Open-Meteo, Aktualisierung alle 30 Minuten. Schwellen der Stufen: So rechnen wir.
Regionale Belastung
Norden und Osten
Westen und Mitte
Süden
Saharastaub heute richtig einordnen
Eine erhöhte Saharastaub-Belastung ist meist kein Anlass zur Panik – aber sie bedeutet, dass die Feinstaubwerte (PM10) deutlich über dem Normalwert liegen können. Während kurze Episoden für gesunde Erwachsene unproblematisch sind, sollten Allergiker, Asthmatiker, Kinder und ältere Menschen bei aktuellem Sahara-Staub vorsichtig sein. Der Saharastaub heute kann besonders in Kombination mit Pollen die Beschwerden verstärken.
So erkennen Sie aktuelle Saharastaub-Belastung
- Milchig-gelber Himmel: Diffuses Sonnenlicht statt klares Blau
- Intensive Sonnenuntergänge: Tiefes Rot und Orange am Abendhimmel
- Staubschicht auf Auto und Fenstern: Feiner gelblicher Belag, der sich schwer entfernen lässt
- Blutregen: Bei Niederschlag entsteht ein rotbrauner, schlammartiger Belag
- Ertragsverluste bei Photovoltaik: Die Trübung mindert die PV-Leistung während eines Ereignisses um 10 bis 20 Prozent (KIT)
Wann kommt der nächste Saharastaub nach Deutschland?
Die 3-Tage-Vorhersage auf saharastaub.de zeigt Ihnen, ob in den nächsten Stunden mit erhöhten PM10-Werten zu rechnen ist. Stärkere Sahara-Staub-Ereignisse gibt es in Deutschland einige wenige Male pro Jahr, mit Schwerpunkt im Frühjahr und Sommer. Die Live-Karte liefert Echtzeit-Daten für jede Region.
Häufige Fragen zu Saharastaub
Was ist Saharastaub?
Saharastaub ist feiner Mineralstaub aus der Sahara, der durch starke Aufwinde in höhere Atmosphärenschichten gelangt und über tausende Kilometer transportiert werden kann. Nach Deutschland kommt er häufig aus der westlichen Sahara über das westliche Mittelmeer und Frankreich, selten über den Balkan. Er erhöht die Feinstaub-Belastung (PM10) und färbt den Himmel milchig-gelb.
Wann kommt der Saharastaub nach Deutschland?
Staub aus der Sahara liegt über Süddeutschland an bis zu etwa 60 Tagen im Jahr in der Luft, im Norden und Osten an rund halb so vielen; meist ist er nur mit Messgeräten erkennbar. Stärkere Ereignisse gibt es einige wenige Male pro Jahr, vor allem im Frühjahr und Sommer (Deutscher Wetterdienst). Häufig kommt der Staub mit südlicher Höhenströmung auf der Vorderseite eines Tiefs über Westeuropa oder dem Ostatlantik. Eine 3-Tage-Vorhersage finden Sie auf der Vorhersage-Seite.
Wie lange dauert eine Saharastaub-Episode?
Saharastaub-Episoden in Deutschland dauern typischerweise einige Stunden, bei gleichbleibender Wetterlage auch mehrere Tage (Deutscher Wetterdienst). Sie enden, wenn die südliche Strömung abgelöst wird; Regen wäscht den Staub am wirksamsten aus.
Ist Saharastaub giftig oder gefährlich?
Saharastaub ist nicht direkt giftig — er besteht aus mineralischen Feinstaubpartikeln (überwiegend Quarz, Tonminerale, Eisenoxide). Problematisch ist jedoch die deutliche PM10-Belastung, die Atemwegsbeschwerden verstärken kann, besonders bei Allergikern, Asthmatikern, Kindern, älteren Menschen und Herz-Kreislauf-Erkrankten. Mehr dazu auf der Gesundheit-Seite.
Was ist der Unterschied zwischen Saharastaub und Pollen?
Saharastaub ist mineralischer Wüstenstaub (PM10-Feinstaub), Pollen sind biologische Pflanzenfortpflanzungszellen (Birke, Gräser, Erle, Ambrosia u.a.). Beide werden über die Luft transportiert und können die Atemwege reizen — die kombinierte Belastung ist für Allergiker besonders problematisch, weil Saharastaub die Schleimhäute reizt und sie empfindlicher für Pollen-Allergene macht.
Was ist Blutregen?
Blutregen entsteht, wenn Niederschlag durch eine Saharastaub-haltige Luftschicht fällt: Die Regentropfen nehmen die feinen rotbraunen Mineralpartikel auf und hinterlassen beim Trocknen einen schlammartigen Belag auf Autos, Fenstern und Möbeln. Trotz des dramatischen Namens ist Blutregen nicht gefährlich — er sollte aber vorsichtig vom Autolack entfernt werden, da die Mineralpartikel scheuernde Wirkung haben. Mehr Hintergründe und Bilder auf der Blutregen-Seite.